Trainingslager 2015 - Tagebuch - Wald, Wiesen, Oberhof

Oberhof - 15. - 21. August 2015


Hallo Lesergemeinde, das Jahr scheint tatsächlich schon wieder rum zu sein, die Tatsache das hier ein neues Tagebuch steht, ist untrügliches Indiz dafür. Wir fahren wieder nach Oberhof! Zum inzwischen fünften Mal in Folge geht es in den Thüringer Wald, dieses Jahr sind wir 28 Sportler und Betreuer, wieder mit Thomas und Micha, dafür ohne Heiko. Der muss sich wohl erst von seinem Urlaub erholen, wir machen uns etwas Sorgen, dass dadurch die Fotos deutlich kürzer kommen als in den letzten Jahren.

Die diesjährige Planung war gar nicht so einfach, scheinbar kollidieren Urlaubsplanung und Trainingslager doch manchmal, so befinden sich einige Sportler, die am Wochenende anreisen wollen, noch in Spanien und Frankreich. Und heute ist schon Samstag!

Wir gehen aber davon aus, dass sich alle einfinden werden, die Vorfreude ist jedenfalls schon groß! Unser geliebter Cheftrainer ist schon wieder in bester Laune, wie man auf folgendem Bild eindrucksvoll sehen kann:

 

 

Natürlich ist auch das Ein-Mann-Organisationsteam schon vorbereitet, unser Chef de Mission hat gestern den ersten Regen nach 2 Wochen dazu genutzt, das Auto zu packen. In Vorbereitung auf das diesjährige Trainingslager hat er sich sogar gleich ein neues gekauft, damit auch genug Platz für unseren ausufernden Materialbedarf ist. 6 Fechtsäcke, 3 Fechtbahnen, zwei Kisten Getränke und der private Reisebedarf? Kein Problem. Wobei das Gefummel und Gebastel des Vorgänger-Kleinwagens durchaus auch unterhaltsam war.

Es ist jetzt Samstag morgen, und hiermit eröffnen wir das diesjährige Trainingslager offiziell! Wir hoffen auf viele Leser und natürlich eine Menge Spaß!

 

Tag 1

Abfahrt! WAS? Gleich am Anfang die Abfahrt? Ja. Die aus Erfurt. Das Betreuer- und Trainerteam fuhr diesmal, zufällig gleichzeitig in der Heimat los, Christian war, wie es sich für den Missionsleiter gehört, natürlich als erster da, Alex kam allerdings ebenfalls, im Gegensatz zum Vorjahr, pünktlich und ohne Umwege an.

Anschließend wurde auf die jugendlichen Teilnehmer gewartet, Max eröffnete dabei den Reigen der Anreisenden, bis schließlich alle eingeplanten Sportlerinnen und Sportler im Besitz eines Zimmerschlüssels waren und sich freuten, dass sie das Fechtmaterial in den Trainingsraum bringen duften.

Bis zum Mittag war dann auch Neuzugang Alexander eingetroffen, der Opfer von Umleitungen und Straßensperren wurde, aber trotzdem rechtzeitig zum Essen in Oberhof war. Der Fechter von Welt weiß, wann er da sein muss.

Kulinarisch gab es nix zu beanstanden, es gab die drei großen B’s, Bohnen, Buletten und Bartoffelbrei.

Die erste Trainingseinheit bestand aus Alex’s berühmt-berüchtigten Monologen, die allerdings schneller zu Ende waren als es der Zeitplan vorsah, so dass er sich in wilden Improvisationen versuchte, bis er überzeugt werden konnte, dass Fechtbahnen aufbauen eine durchaus sinnvolle Tätigkeit ist. Wir haben übrigens technisch weiter aufgerüstet, Alex hat eine Waage für sportanalytische Zwecke dabei. Ein erstes Ergebnis gibt es schon: Zweimal Max ergibt knapp einen Christian.

Da wird einen diabolischen Pakt mit den Wettergöttern geschlossen haben, endete der Starkregen genau richtig für die erste Outdoor-Trainingseinheit. Leichtes Jogging und ein paar Koordinationsübungen mit Hütchen führten jetzt nicht direkt zu Jubelstürmen, aber es hat jeder fleißig mitgemacht. Angesprochene Jubelstürme setzten dann allerdings zur Anreise von Lea bei den weiblichen Teilnehmerinnen ein. Die genannte reiste samt Eltern quasi direkt aus Paris an, halb verhungert blieb die gesamte Familie dann sogar noch zum Abendessen.

Abends wurde dann Christian Zeuge davon, dass die Discomusik der 70er noch nicht tot ist, unsere Damen „sangen“ einen Klassiker nach dem anderen. Kommentar des unfreiwilligen Zuhörers: „Disco ist zwar scheinbar noch nicht tot, aber so wie das da klingt, macht sie es auch nicht mehr lange“.

 

Tag 2

Der Morgen begann eigentlich ganz vielversprechend. Es war trocken, wie wir später feststellen sollten, das letzte Mal an diesem Tag. Zum Glück hatten wir bis auf den Frühsport alles andere drinnen geplant. Sonntags ist Alex immer gnädig, darum gab es nur die 2-Kilometer-Variante des Waldlaufes, Begeisterung sieht trotzdem anders aus.

Nachdem Frühstück freuten wir uns über die Ankunft von Sophie, die ihren Urlaub unfallfrei hinter sich gebracht hatte, und quasi ohne Umwege zu uns durchgereist war.

Die erste Trainingseinheit des Tages bestand aus Dehnung und leichter Beinarbeit, hier zeigte sich das erste Mal, dass die Muskulatur in den Schulferien einfach zuviel Freizeit hat und nichts Gutes mehr gewöhnt ist. Neumitglied Alexander, der als A-Jugendlicher Florettfechter zu uns gestoßen ist, weist jetzt schon eine beeindruckende Bilanz auf, er hat zwei seiner Hosen und ein Theraband zum Reißen gebracht. Nach dem Seilspringen wurde tief durchgeatmet und es ging pünktlich zum Essen.

Das Mittagessen schmeckt weiterhin, Arthus hat sich, bis zur Ankunft von Thomas, als Maskottchen des Trainertisches etabliert und unterhält das Trio ausgezeichnet.

Direkt nach dem Mittag tauchte dann auch Laura auf, einen Tag eher als geplant, die Sehnsucht nach Freundin Michelle war wohl einfach zu groß. Im Zusammenhang mit dieser Anreise gab es auch das erste echte Opfer zu beklagen, die Frontscheibe von Christians neuem Auto hat, im vollen Einsatz für unser geliebtes Fechtzentrum, mächtig Schaden genommen, am Dienstag wird sie dann gegen eine neue ausgetauscht. Carglass repariert, carglass tauscht aus.

Vor der Nachmittagseinheit schickte die ganze Truppe einen Geburtstagsgruß an die daheimgebliebene Steffi. Anschließend wurde das erste Mal gefochten, nach Partnerübungen liefen die ersten Gefechte, im Anschluss wurden die, von Alex entworfenen, Leistungserhebungsbögen ausgefüllt, überraschenderweise haben alle verstanden, wie das funktioniert.

Es wird sehr gut gegessen, für beanspruchte Fechter ist ein Gang einfach zu wenig, und nach der Hauptmahlzeit gab es gehäuft noch eine Portion Eierkuchen.

Eine Vielzahl der Sportler versammelte sich abends dann in einer der Etagenlobbys, um gemeinsam Karten zu spielen und Youtube-Videos zu gucken. Sowohl Telefonakkus als auch das Haus-W-Lan kamen dabei an ihre Grenzen. Es sind aber alle rechzeitig ins Bett. Immerhin. Wie wir hören, hat ein Zimmer allerdings Lust gehabt, gegen halb Zwei einen kompletten Koffer nicht nur einmal, sondern zweimal zu durchsuchen. Die vermissten Oropax tauchten trotzdem nicht auf. Insgesamt ist festzustellen, dass Lea echt eine Menge Sachen daheim vergessen hat. Sie wird eben auch nicht jünger.

 

Tag 3

Es regnet. Frühsport? Aber natürlich. Respekt an die Sportler, es wurde trotzdem kaum gemeckert. Man hat sich in sei (selbstgewähltes) Schicksal gefügt. Nach dem Frühstück verließ uns Alex für ein paar Stunden bis nach dem Mittag. Daraufhin wurde Jan zum Asssistenz-Trainer befördert und betreute mit Renate die Sprintübungen, während Christian sich um die Neuankömmlinge kümmerte und alles Organisatorische regelte. Die Montagsanreiser bezogen die Zimmer, ein paar Bettbelegungen mussten noch leicht abgeändert werden, aber ab 11 Uhr waren wir das komplett, bis auf Micha, der ab Mittwoch unser Team ergänzt.

Die erste Einheit als Gesamtgruppe war eine Leistungerhebung im Treppensteigen, anschließend gab es Spaghetti Bolognese und für 9 Sportler statt Mittagsschlaf einen Tegut-Besuch, um sich mit Süßigkeiten, Rätselheften, Wasserflaschen und Babybrei (!!) einzudecken.

Nach der Pause hatten Christian und Thomas gerade mit der Saisonzielbesprechung in der Gruppe begonnen, erschien Alex, völlig überraschenderweise und unerwartet pünktlich, und ergänzte die bereits getroffenen Aussagen um einige Weisheiten.

Es folgte der erste größere Lektionsblock mit drei Trainern, während die ganz ganz harten Jungs im strömenden Regen Hockey spielten. Freiwillig.

Gerade sitzt unser Autor im Trainingsraum, während die Sportler eintrudeln und sich auf die Gefechte vorbereiten, außerdem läuft die letzte Lektion.

Bis zum Abendbrot wurde dann gefochten, im Florett bildeten die Schüler und die Jugend je eine Gruppe, auch die Degenfechter hatten ihre eigene Runde.

Da nach dem Essen Alex, Thomas und Christian eine längere Dienstbesprechung führten, ist das Geschehen bei allen anderen unbekannt, allerdings bekam Christian permanent Anfragen der Jugend, wann der Film vom Vortag, der angefangen wurde, denn endlich zu Ende geguckt werden kann. Die geschah letztendlich auch, allerdings etwas später, so dass der Film wieder unterbrochen wurde, um schlafen zu gehen.

 

Tag 4

Heiko ist da! Der eigentlich daheimgebliebene Teilzeitfechter hatte sich spontan entschieden, die Woche zumindest teilweise mit uns zu verbringen. Die Freude war groß, auch wenn Tochter Lea dies, aufgrund der frühen Uhrzeit, nur sehr begrenzt kommunizieren konnte.

Nach dem Warmlaufen vor dem Frühstück fand gewohnt das, inzwischen sehr schweigsame, Morgenmahl statt, um sich noch mal für die anstehenden Freuden zu stärken.

Das Vormittagstraining stand ganz im Zeichen der Ausdauer, es standen Läufe um das Objekt auf dem Programm, insgesamt 50 Minuten wurde gelaufen, unterbrochen von kurzen Pausen, um die individuellen Leistungsdaten zu erheben. Christian und Heiko schafften es auch gerade noch pünktlich aus Suhl zurück, wo Christians lädiertes Auto abgegeben wurde.

Gerade die letzte Viertelstunde zeigte zum Teil gravierende Unterschiede der Leistungsfähigkeit auf, während z. B. Helene, Theodor, Jan und Max wie ein Uhrwerk liefen und ein stabiles Tempo präsentierten, gingen andere in einen Spaziergang über, suchten Lieder auf den Telefonen oder mussten ganz aufgeben. Allerdings nicht aus Faulheit, sondern tatsächlich aus Erschöpfung, das können wir dann auch entschuldigen.

Das Mittagessen wurde zu einem Wartespiel, die Küche kam einfach nicht mit dem Bedarf an Kroketten mit. Kaum war eine neue Ladung angekommen, war sie auch schon wieder weg. Gerade Alex und Renate mussten mehrfach nachschauen, bis sie endlich was zu Essen auf dem Teller hatten.

Nachmittags gab es einen Lektionsblock von 14:00 Uhr bis 16:30 Uhr, ehe das allgemeine Training für alle begann, diesmal gab es Partnerübungen. Heute war ja der Lagerfeuerabend geplant, zu dem auch einige der Eltern anreisten, was Alex aber nicht davon abhielt, die Trainingseinheit voll durchzuziehen, so dass die Eltern noch eine Weile bespaßt werden mussten, ehe es losging. Zimmerinspektionen und Besuch der Cafeteria ließen die Zeit aber wie im Fluge vergehen.

Während nach dem Abendessen unsere ach so schlimm erschöpften Kinder noch eine Stunde Hockey spielten, wurde das Feuer entzündet und Getränke zu sich genommen. Besonderen Dank an dieser Stelle an Christiane, die Stockbrot mitgebracht hatte, welches sehr erfreut gegrillt und verspeist wurde. Alex machte sich zurück in die Heimat, durch seine Arbeit als Sportlehrer muss er dienstlichen Verpflichtungen nachkommen und kann daher die letzten drei Tage nicht mehr bei uns sein.

Es wurde dunkler, also machten sich Heiko und Christian auf den Weg, um kreative Lösungen für den Brennholzmangel zu suchen. Sie waren erfolgreich, Details sparen wir uns. Die Abreise der Eltern sorgte für die eine oder andere Träne, die nach ein paar Minuten aber schnell vergessen waren, dann ging es für die jüngsten ins Bett.

Gegen 0:00 gingen dann auch die letzten Feuerbewacher in Richtung Hotel und es wurde ruhig für die Nacht. Zumindest kurz, denn etwas später wurde Arthus Opfer eines kleines Scherzes des Jungszimmers, nachdem alle Uhren auf 7:00 Uhr verstellt waren, wurde er  gegen 1:30 Uhr geweckt und mit Verweis auf die Uhrzeit zum Frühsport geschickt. Auch die definitiv vorhandene absolute Dunkelheit beeindruckte ihn dabei wenig. Erst als er dann vor dem Haus stand, wurde der Scherz aufgelöst und alle gingen zurück ins Bett (dies war ein Bericht aus zweiter Hand, da unser Autor zu dieser Zeit bereits tief schlief, die tatsächlichen Details können also etwas abweichen).

 

Tag 5

Der Einsatz und die Freude beim Frühsport lassen deutlich nach. Einige Damen änderten das Programm eigenmächtig in einen Morgenspaziergang um, ein Zimmer verschlief sogar und bekam dann eine Alternativroute. Morgen soll daher das Ganze etwas anders gestaltet werden.

Noch vor dem Frühstück stieß Micha zu uns, so dass wir wieder 5 Betreuer sind, Heiko zählt ja auch!

Nachdem Thomas das Restprogramm erläutert hatte, bestand die erste Trainingseinheit aus fechtnahen Koordinationsübungen und Beinarbeit. Bälle wurden in Hütchen geworfen, mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg, aber es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und es muss ja noch Luft nach oben geben.

Vor dem Mittag gab es dann noch eine kleine Leistungserhebung im Seilspringen, wir müssen Alex ja Daten liefern, die er auswerten kann, um rauszufinden, wie die Konditionsentwicklung, der Leistungsabfall bei Dauerbelastung, die Sauerstoffaufnahme, usw. aussehen. Alle Geheimnisse des Leistungserfassungsbogen der Sportler, der von unserem Cheftrainer entwickelt wurde, haben wir noch nicht entdeckt, wahrscheinlich erkennt er an den Daten auch noch Schuhgröße, Blutgruppe, Lieblingsfarbe und –essen, Musikgeschmack und Kontostand des jeweiligen Fechters.

Gegen 12 gab es mal wieder Mittag, ehe unser Trainerteam die heutige Lektionsgruppe für 2 Stunden fortbildete, bevor das Turnier der Schüler auf dem Programm stand. Unsere jüngsten Teilnehmer zeigten ihr Können in Vorrunde und Direktausscheid, alle waren mit großem Einsatz dabei, am Ende konnte sich Matthias durchsetzen und den Sieg erringen.

Zeitgleich ging es für die Jugend zum Hockeyspiel, 60 Minuten Spielzeit sorgten für rote Köpfe, die Erkenntnis des Tages ist, dass im Spiel Mädchen (7) gegen Jungs (4) zahlenmäßige Unterlegenheit durchaus mit taktischem Geschick ausgeglichen werden kann, die Herren haben sich knapp durchgesetzt.

Ein paar der älteren Fechter schwänzten allerdings das Spiel auf dem Platz, stattdessen wurde gefochten, besonders Alexander und Lea haben hierbei einen ganz speziellen Ehrgeiz entwickelt, Lea, die mit unserem Neuzugang jetzt einen etwas stärkeren Fechter in der Trainingsgruppe hat, erhöhte die Trefferzahl pro Gefecht zunächst von 15 auf 25, im zweiten Durchgang wollte sie dann sogar auf 45 Treffer erweitern, musste hierbei allerdings von Thomas gebremst werden. Wir freuen uns schon auf die neue  Reibung im regulären Training.

Nach dem Abendessen ging es dann noch mal auf die Fechtbahnen, Lea bekam ihre erste Lektion von Micha, während Alexander sich den Degenfechtern stellte. Er sollte beim Florett bleiben. Degenfechten ist nichts für jeden. Zum Abschluss focht Micha noch gegen unsere beiden besten Florettfechter, nachdem ihn nach Monaten ohne Training die Lust gepackt hatte. Nur an der Kondition müssen wir noch arbeiten.

 

Tag 6

Heute mussten wir unserer Scherzfraktion doch mal ein paar Worte sagen, nachdem einer unserer Teilnehmer zum Frühsport in nicht ganz gewohnter Verfassung erschien, über Nacht wurde in gemeinsamer Arbeit unserer älterer Jugend an unserem armen Opfer ein kleines Make-Up-Experiment durchgeführt. Es haben sich aber alle Beteiligten brav entschuldigt und bei der Zurückversetzung in den Originalzustand geholfen. Allerdings lässt sich nicht vermeiden zu erwähnen, dass der Betroffene durchaus auch gerne mal austeilt und alles im Rahmen und auf einer freundschaftlichen Ebene geblieben ist. Ein bisschen Spaß muss auch mal sein.

Zum eigentlichen Tagesgeschehen: Der Frühsport bestand diesmal nicht aus Waldlauf, sondern der ein oder anderen Runde um das Haus (Trainer Alex hat offiziell 640 Meter pro Runde gemessen), sowie einer Dehnungseinheit auf dem Sportplatz. Nach morgendlicher Stärkung stand der Vormittag im Zeichen des Turniers der Jugend, im Degen konnte sich hierbei Jan durchsetzen, im Florett besiegte Alex im Finale Lea, aber auch nur, weil Christians Leistung als Kampfrichter skandalös und völlig unzureichend war. Sagte jedenfalls Lea.

Unsere Schüler waren währenddessen mit Hockey dran, der einsetzende Nieselregen verkürzte die Spielzeit allerdings auf 40 Minuten, die restliche Zeit hielt unser Nachwuchs als Publikum für die Großen her.

Am Nachmittag wurde dann, wie im letzten Jahr, das örtliche Schwimmbad überfallen, sehr zur Freude der anwesenden anderen Gäste und Bademeister. Die Behauptung, dass Heiko die Kinder auch noch zur Wasserballschlacht angestachelt hat, können wir so nicht beweisen.

Renate machte mit den Schwimmunwilligen einen kleinen Spaziergang, der Fechtraum wurde auch schon zum Abbau vorbereitet, Leergut wieder in Geld umgewandelt und schließlich unter Freudenausbrüchen zur letzten Trainingseinheit angetreten. Treppensteigen, für die erschöpfte Beinmuskulatur eine wahre Freude. Nachdem vorher bereits massive Proteste aufkamen, mit Streik gedroht und die UNICEF um Hilfe gebeten wurde, zogen dann doch alle noch mal durch, nach der tatsächlich harten Woche eine echt starke Leistung, die dem Team Respekte abverlangte, die Werte vom Eingangstest am Anfang der Woche wurden teilweise sogar noch übertroffen. Beeindruckende Moral. Es wurde danach sogar noch beim Abbau geholfen.

Nach dem letzten gemeinsamen Abendmahl traf man sich zur abschließenden Auswertung des Trainingslagers, die Trainer lobten die Teilnehmer, die Teilnehmer gaben Verbesserungsvorschläge an die Trainer weiter und Heiko und Christian hatten sich eine geniale Methode ausgedacht, um noch mal für riesige Stimmung und eine halbe Saalschlacht mit Lärm, Rennen gegenseitigen Austricksen zu sorgen. In stundenlanger Arbeit hatten sie das perfekte Mittel gefunden, mit dem man alle Altersklassen erfreuen kann. Es gab Luftballons.

Die Tätigkeiten der letzten Nacht erschließen sich dem Autor nur teilweise, zuviel Schlaf haben unsere älteren Sportler jedenfalls nicht bekommen, aber das hatten sie sich auch verdient. Und da in Oberhof im Sommer nix los ist, konnten sie eh keinen Blödsinn machen.

 

Tag 7

Abreisetag. Als Belohnung gab es heute statt Frühsport eine Stunde mehr Schlaf, ehe nach Frühstück gemeinschaftlich das Fechtmaterial in die Lobby gewuchtet wurde, um es auf wundersame Weise in zwei Autos verschwinden zu lassen. Wir erinnern an dieser Stelle an das Foto vom Einpacken ganz am Anfang des Tagebuches, durch das Fehlen des Kofferraums vom frühabgereisten Alex wurde es noch voller. Aber Fechter sind ja Stapelexperten, also wurde auch diese Aufgabe gemeistert. Die Abholer trafen Stück für Stück ein und in kleinen Fahrgemeinschaften ging es wieder Richtung Heimat, um sich zu erholen.

Besonders zu loben ist an dieser Stelle der fechterische Trainingseinsatz bei allen Sportlern, es gab viele knappe Gefechte und Kampf um einzelne Treffer, so wollen wir das auch in Zukunft sehen. Respekt auch an unsere jüngeren Teilnehmer, die sehr gut durchgehalten haben, bei großteils gleichen Trainingspensum. Wir können da zuversichtlich in die Zukunft schauen.

Es hat wieder sehr viel Spaß gemacht, es freuen sich alle schon auf das nächste Jahr!

Wir danken für die Aufmerksamkeit.

Lea, Charlotte, Sophie, Josefine, Helene, Daphne, Laura, Michelle, Wiebke, Clara, Alexander, Arthus, Jan, Max, Theodor, Louis, Julius, Luis, Felix, Luca, Jonas, Matthias, Renate, Thomas, Heiko, Alex, Micha und Christian