Tagebuch Trainingslager Oberhof 2011

Hallo und herzlich willkommen zum Tagebuch des Trainingslagers vom 15.08-19.08.2011 in Oberhof.

Tag 1 – Teil 1

 

Nachdem ab 10 Uhr alle Teilnehmer langsam eingetroffen waren, haben wir uns zunächst angemeldet und Schlüssel bekommen, die Teilnehmer wurden aufgeteilt und zum Beziehen der Betten geschickt.

Anschließend versammelte Alex alle zur allgemeinen Belehrung, die hoffentlich auch eingehalten wird. Eine Bewertung folgt später.

Während die Kinder irgendwas machten, brachten die Betreuer, im folgenden Arbeitssklaven genannt, die gefühlten 500 kg Fechtmaterial in den für uns bereitgestellten Konferenzraum. Nach Inspektion des Raumes wurde ernsthaft überlegt, den Fechtbetrieb gänzlich nach Oberhof zu verlegen, das ganze Objekt ist ideal.

 

Nachdem also die Kinder sich ausreichend ausgeruht hatten und die Arbeitssklaven die Fechtbahn ausgelegt und den Trainingsraum vorbereitet hatten, wurde das Mittagsbuffet gestürmt und sich ausreichend mit Spaghetti, Tomatensauce und Salat eingedeckt. Dem niedrigen Lärmpegel nach hat es geschmeckt.

 

Da Alex als Cheftrainer natürlich keine Freizeit kennt, wurde nach dem Essen direkt die Oberhofer Innenstadt gestürmt und das vielfältige kulturelle Angebot des Wintersportortes kritisch begutachtet.

Nach der Rückkehr stand dann die erste Trainingseinheit mit Beinarbeit an. Während die Kinder ein paar leichte Übungen machten, verausgabten sich einige der Betreuer bei ballbezogenen Koordinationsübungen bis zur völligen Erschöpfung.

Nachdem das reichhaltige Abendessen eingenommen und mehrere Kilo Pommes Frites verspeist waren, kam es zum ersten Duell auf dem Sportplatz. Beim Hockey und Fussball zeigte sich, das noch einiges an Arbeit vor uns liegt.

 

Im späteren Verlauf des Abends uferte das Kartenspielen in intensive Regeldiskussionen über die Möglichkeiten des MauMau aus, diese wurden aber friedlich beigelegt. Abschließend gilt es festzustellen, dass ein erheblicher Anteil der Sportler im Schlaf zu reden scheint.

 

 

Tag 2

 

Nach völlig ausreichendem Schlaf versammelte sich die Gruppe gegen 7 Uhr, um die noch schlafenden Eichhörnchen im Thüringer Wald durch lautes Getrampel zu wecken. Das Geburtstagskind bekam für den heutigen Tag Frühsport-Frei, muss dies aber durch etliche gute Taten im Laufe des Tages wieder gutmachen. Alex scheint so langsam in die Altersmilde zu verfallen, die Kinder standen nach der Joggingeinheit noch.

Nachdem eine Frühstückspause gewährt wurde, folgte der Start zum gemütlichen Freizeitspaziergang durch den Thüringer Wald.

Nach entspannten 5 Kilometern wurden die Weltcup-Sprungschanzen am Kanzlergrund erreicht und das Training der Nachwuchsspringer kritisch verfolgt.

 

Nachdem diese Pause zum allgemeinen Versorgen der verschiedensten Verletzungen genutzt wurde (an dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass Christian clevererweise eine Familienpackung Pflaster gekauft hatte), begann der Rückweg nach Oberhof, die Wandergruppen legten inzwischen durchaus verschiedene Geschwindigkeiten an den Tag. Das Biathlonstadion wurde passiert, die Skihalle und die Bobbahn, ehe, wie geplant, gegen 12 Uhr die Unterkunft und der Mittagstisch erreicht wurden. Hierbei kam es beinahe zum Eklat, als einer der Betreuer, dem Hungertod nahe, von den Küchenkräften ermahnt wurde, dass es nur ein Schnitzel für jeden gab, während die nicht näher erwähnte Person deutlich sichtbar 2 dieser Schnitzel zum Platz schmuggeln wollte. Glücklicherweise wurden die bereits vorher verzehrten drei Schnitzel nicht bemerkt.

In einem Anfall von Großzügigkeit wurden ca 1,5 Stunden Ruhe gewährt, ehe die nächste Trainingeinheit begann, diesmal standen Lektionen und Gefechte auf dem Plan.

Teile des Betreuerstabs verausgabten sich gleichzeitig wiederholt bei Ball-orientierten Koordinationsübungen.

 

Einige der Sportler befanden sich, ihrem eigenen Gefühl nach, jetzt bereits an der Grenze ihrer körperlichen Möglichkeiten, nach einer kurzen Ansprache durch unseren Cheftrainer änderte sie diese Meinung aber schnell.

 

Nach 3 Stunden Sport versammelten sich alle, um Götterspeise, gefüllte Paprikaschoten, Reis, Quarktaschen mit Apfelmus und Salate zu verspeisen, ehe ein gemütlicher Abend mit Lagerfeuer begangen wurde, um das Geburtstagskind zu ehren. Gefühlte 500 Bilder aus knapp 10 Kameras dokumentierten hierbei den Wettbewerb um das beste Foto.

 

Nachdem das Feuer gelöscht und die Cola ausgetrunken war, begaben sich alle zur Bettruhe (natürlich abgesehen vom Chronisten, der Überstunden machte, um die Neugier des geneigten Lesers zu befriedigen).

 

Tag 3

Der heutige Tag begann wieder mit Frühsport, um 7 Uhr versammelten fast sich fast alle Sportler am Haupteingang und begannen ihren Waldlauf. Die zwei Damen, deren Wecker versagt hatte, stießen später dazu.

 

Anschließend wurde die wichtigste Mahlzeit des Tages eingenommen, ehe gegen 9 Uhr ein Trip nach Suhl auf dem Programm stand.

Im örtlichen Freizeitbad wurde gerutscht, geschwommen und viel im Whirlpool gesessen. Die Theorien zu dessen Funktionsweise erspare ich dem Leser an dieser Stelle. Fotos gibt es von diesem Ausflug nicht, zu groß war die Angst um die Technik.

 

Es folgte die Rückfahrt ins Domizil, welche auf unterschiedliche Art und Weise begangen wurde, in Auto 1 wurde gesungen, in Auto 2 geschwiegen und in Auto 3 über Hunde diskutiert.

Beim Mittagessen haben alle wieder kräftig zugeschlagen, Steffi und der Autor selber fallen dabei seit Tagen positiv auf, die beiden belagern regelmäßig die Salatbar.

Nach der 5-minütigen Mittagsruhe brach die Gruppe in die Stadt auf, um sich im Exotarium Oberhof die Reptilien und Amphibien unserer schönen Erde anzugucken. Die ursprünglichen Pläne, einen der Teilnehmer an die knapp 6 Meter langen Pythons zu verfüttern, wurde wegen logistischen Problemen abgesagt. Wir hatten keinen Schlüssel für das Terrarium.

 

Als Höhepunkt des Besuches wohnten wir dann der Fütterung der etwas kleineren Gift- und Würgeschlagen bei, unter großer Anteilnahme der weiblichen Sportler verschwand eine Maus nach der anderen, wobei sich die Schlangen durchaus unterschiedlich bei der Verspeisung anstellten. Es sind eben auch nur Menschen.

 

Nachdem das Exotarium verlassen und die Mäuse ausgiebig bedauert waren, wurde auf Wunsch der Fechter der örtliche Supermarkt gestürmt, um sich mit Verpflegung für die Abende einzudecken. Etliche Äpfel, Möhren, Birnen und Tomaten wurden erworben, ausgewählte gesunde Getränke (Tee, Wasser, Apfelsaft) mitgenommen sowie die aktuelle Fachliteratur beschafft.

 

Wieder in der Unterkunft angekommen, stand Fechten auf dem Plan, bis knapp vor 22 Uhr fanden 55 Gefechte statt, nur unterbrochen von der Pause fürs Abendessen. Unser Cheftrainer und der Betreuerstab war mit der Leistungsfähigkeit und dem Einsatz, trotz fortgeschrittener Stunde, sehr zufrieden, alle haben mitgezogen und sich auch von kleineren Blessuren nicht stören lassen. Kompliment an die Sportler (und das ist an dieser Stelle auch ernst gemeint).

 

Am Ende setzte sich Johanna vor Stefan und Sonja durch, die drei trennten allerdings nur 2 Treffer, es war also hauchdünn.

 

Tag 4

 

Zum heutigen Frühsport um 7 Uhr war die Kommunikationsfähigkeit der meisten doch schon arg eingeschränkt, mehr als ein gebrummtes „hmm“ kam nicht mehr über die Lippen.

Nach dem Frühstück wurde ein Hockeyturnier gespielt, die Teams aus 2 Leuten spielten jeder gegen jeden, die Freude war besonders groß, wenn man gegen Alex und Heiko spielen musste. Neben dem Platz übte man sich in der Großwildjagd, die allgegenwärtigen Wespen waren ein beliebtes Ziel.

 

Nach der Mittagspause fanden Lektionen statt, anschließend wurde ein Mannschaftsturnier ausgefochten, wobei diesmal die Mannschaften nicht wie üblich aus 3, sondern aus 2 Fechtern bestanden. Den Sportlern waren die Anstrengungen der vergangenen Tage anzumerken, und die vielen kleinen Verletzungen, die sich gesammelt hatten, wurden ausgewertet, gezeigt, bepflastert.

 

Die Gefechte wurden gegen 18 Uhr durch das Abendbrot unterbrochen, heute stand gegrilltes auf dem Plan. 20 Uhr wurde weitergefochten, allerdings schafften wir nicht alle Gefechte, so dass keine Wertung erstellt werden konnte. Gegen 21:30 Uhr endete der Fechtteil des Trainingslagers, die Halle wurde aufgeräumt und zusammengepackt.

 

Tag 5

 

Alex musste, durch dringende Termine bedingt, bereits recht zeitig abreisen, so dass der Frühsport von den restlichen Betreuern überwacht wurde. Diesmal beklagte sich keiner, alle Frühsportteilnehmer blieben verletzungsfrei, es fror keiner und alle blieben trocken.

 

Dann wurde gepackt, Schlüssel abgegeben, die Zimmer aufgeräumt und schließlich Oberhof wieder Richtung Heimat verlassen. Wir hoffen, dass alle etwas Spass hatten, nächstes Jahr wollen wir auf jeden Fall wiederkommen.