Trainingslager Oberhof - Tagebuch 2012

Hallo zusammen! Ein Jahr ist vergangen und wir fahren wieder nach Oberhof. Im Thüringer Wald soll eine optimale Vorbereitung auf die neue Saison beginnen. Im zweiten Jahr nehmen deutlich mehr Sportler teil, was uns sehr freut, scheinbar hat das erste Jahr niemanden abgeschreckt, selbst der Frühsport war wohl kein Kritikpunkt.

Ab Montag wird wieder über die Geschehnisse im Wald berichtet, damit auch die Daheimgebliebenen ein Bild davon bekommen, was der Rest des Vereins im Wald so anstellt!

Wer noch einmal nachlesen möchte, was letztes Jahr los war, kann das Tagebuch 2011 HIER finden.

 

Tag 1

 

Der erste Tag eines jeden Trainingslagers beginnt erfahrungsgemäß mit der Anreise, und so haben wir auch mit diesem Tagesordnungspunkt begonnen. Nach dem Stück für Stück alle in Oberhof ankamen, wurden zunächst die Zimmer aufgeteilt. Da wir dieses Mal immerhin 22 Personen sind, wurden größere Auseinandersetzungen bei der Zusammensetzung der 3- und 4-Bett-Zimmer erwartet, allerdings blieb alles überraschend friedlich. Es wurden die Räumlichkeiten bezogen, Taschen ausgeräumt, Fernbedienungen für die Fernseher gesucht und um 12 versammelte man sich zum ersten Höhepunkt des Tages, dem Mittagessen. Es gab schon wieder Nudeln mit Tomatensoße. Scheinbar wird in Oberhof nach einem festen Essensplan gespeist, der auch jahresübergreifend gilt. Wir werden beobachten, ob es weitere Übereinstimmungen mit dem letzten Jahr gibt.

 

Dem Essen folgte die erste Freizeit, und das ohne überhaupt schon trainiert zu haben! Überraschenderweise wurde, wie bereits im letzten Jahr, direkt der örtliche Konsum (da wo der „Tee gut“ schmeckt) gestürmt und literweise Getränke sowie tonnenweise Süßigke.. ähm Äpfel gekauft.

 

Im Anschluss stand die obligatorische Belehrung samt Hausordnung an, wir haben gelernt, dass wir nach Benutzung der Ski diese ordnungsgemäß zurückbringen müssen und dass das Mobiliar der Zimmer nicht umgestellt werden darf. Die ersten Fragen kamen auf und es wurde spekuliert, ob dazu auch Stühle zählen. Bei der Verlesung des Trainingsplans kam erwartungsgemäß beim Frühsport die größte Freude auf. 7 Uhr durch den Wald rennen. Hurra.

 

15 Uhr stand das Hockeyturnier an, für eine Stunde jagten alle dem Ball nach, während Alex erste Fechtlektionen für Auserwählte erteilte.

 

Nach dieser lockeren Erwärmung wurden alle über verschiedenste Parcours aus Hütchen, Stangen und sogar Hockeyschlägern gejagt, es folgten Koordinationsübungen mit Tennisbällen. Wir lernen: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber zumindest ist kein Ball verschwunden.

 

Beim Abendessen gab es: Pommes! Wer letztes Jahr dabei war oder unser Tagebuch gelesen hat, der weiß, worauf wir uns vermutlich in den nächsten Tagen kulinarisch freuen können.

 

Gerade erklärt Alex den Sportlern, wie sie in der nächsten Saison Weltmeister werden können und welche Turniere sie dabei besuchen müssen, und wie wir der tollste Verein aller Zeiten werden.

 

Was der spätere Abend bringt, werden wir sehen, Party im Fahrstuhl ist jedenfalls verboten.

 

Bis morgen.

 

 

 

Tag 2

 

Obwohl die Nachtruhe um 22 Uhr nicht immer zu 100% umgesetzt wurde, fanden sich doch alle um 7 zum Frühsport ein, eine halbe Stunde wurde durch den Wald gelaufen, die einen schneller, die anderen eher langsam, es ist aber jeder heil angekommen und der Wald lebt auch noch.

 

Nach dem Frühstück stand die erste Trainingseinheit des Tages an, zunächst wurden bei der Beinarbeit die allgemeinen Bewegungsabläufe beim Fechten wieder in Erinnerung gebracht, nach ca. 1 Stunde ging es vors Haus, und während Alex mit seinem GPS-Telefon-App-Dingsbums die Strecke um unser Domizil vermaß, bereiteten sich alle auf den anstehenden 12-Minuten-Lauf vor. Dieser wurde auch von allen überlebt, aber selbstverständlich ist Alex nie zufriedenzustellen, also gab es direkt im Anschluss noch eine kleine Seilspring-Einheit, zur Erholung.

 

 

Das Mittagessen schmeckte wieder allen, es gab Spätzle mit Kasslerbraten und Bohnen. Während der anschließenden Freizeit kam es zunächst zu wiederholten TeGut-Besuchen, dies ebbte aber relativ schnell ab und ging in Mittagsschlaf über, während Alex ein paar wenigen Sportlern Lektionen gab.

 

Um 15 Uhr begann unsere kleine 10km-Wanderung, im Vorfeld gab es immer wieder spontane Freudenausbrüche, als diese thematisiert wurde.

 

Durch den Wald und über Stock und Stein ging es zum Kanzlersgrund, Standort der beiden Skisprungschanzen. Alex drohte hier mit Treppenläufen, die Jungs sollten die 632 Stufen der Treppe ins Tal mehrfach absolvieren, dies fand aber letztendlich nicht statt. Im Gegensatz zum letzten Jahr erfolgte der Rückweg nicht über die Landstraße, sondern stilecht durch den Wald, und je näher Oberhof rückte, umso mehr steigerte sich das Wehklagen über den Zustand der Füße.

 

Wir kamen gerade noch so rechtzeitig zum Grillabend des Hauses zurück, und verlorenen Kalorien wurden in Bratwurstform wieder zugeführt. Familie Freye war bereits zu uns gestoßen und beteiligte sich an der Wurstvernichtung.

 

Das Vereinslagerfeuer gestaltete sich anfangs etwas schwierig, es brauchte 6 Leute, 2 Fackeln, eine Zeitung und 30 Minuten, bis das Feuer sich überreden ließ, nachhaltig zu brennen.

Die Kinder futterten Stockbrot, außen verbrannt, innen roh, also im Durchschnitt genau richtig, während die Erwachsenen über Urlaube berichteten und fechterische Fachgespräche führten. Neben Familie Freye brachten auch die angereisten Familien Deutschendorf, Lettau und Roschke ihre Erzählungen mit ein.

 

Gegen 22 Uhr wurde das Feuer fachgerecht gelöscht, unsere Gäste verabschiedet und die Zimmer aufgesucht. Was dort alles passiert ist, entzieht sich dem Autor, wir gehen aber einfach mal davon aus, dass natürlich alle sofort friedlich geschlafen haben!

 

Tag 3

 

Tatsachenbericht aus Sportlersicht – Ein Gastbeitrag von Sophie, Lena, Charlotte, Sonja und Lea

 

So wie jeden Tag mussten wir 6:30 Uhr aufstehen. Verschlafen joggten wir eineinhalb Kilometer durch den Wald. Mit Muskelkater, schweren Beinen und leeren Mägen schleppten wir uns die letzten, lang ersehnten Meter zum Frühstücksraum und stürzten uns auf das Buffet. Kaum waren wir in unseren Zimmern angekommen, mussten wir auch schon zum Training. Da wir in zwei Gruppen aufgeteilt wurden, verlief das Training entspannter und stressfrei. Danach aßen wir zu Mittag. Endlich kam unsere lang ersehnte Pause. Anschließend gingen wir zum Schnelligkeitstraining. Dann begab sich die eine Gruppe zur Lütschetalsperre. Die andere Gruppe begann mit einem harten Training. Nun bekamen die „Auserwählten“ ihre Lektion. Dann gab es ausreichend Essen. Endlich begann die lang ersehnte Freizeit. Doch diese dauerte nicht lange, denn uns wurde aufgetragen, diesen Tagesbericht zu schreiben.

 

 

Wir danken unseren Gastautorinnen für diesen Beitrag und für die geopferte Freizeit. Ein paar Anmerkungen kann sich der Chefautor an dieser Stelle allerdings nicht verkneifen.

 

Die Tatsache, dass Christian beim Sprinttraining die schnellste Zeit in den Asphalt gebrannt hat, stimmte Alex nachdenklich. Der Zweifel an seinen bisherigen Trainingsmethoden ließ spontan zwei weitere graue Haare erscheinen.

 

Aufgrund einer groben Fehlinterpretation des Trainingsplans durch zwei ungenannte Protagonistinnen (siehe Tagebuch vom letzten Jahr, Personengleichheit ist nicht zufällig, es zeichnet sich da ein Muster ab) vertauschte Alex spontan die Trainingsgruppen und sorgte dafür, dass die Betroffenen morgen bei Gewitter in den See müssen.

 

Abends spielten dann noch 9 Unausgelastete Volleyball, bis das Spiel wegen einbrechender Dunkelheit abgebrochen werden musste. Der Ball war einfach nicht mehr zu sehen.

 

 

Tag 4 – Heute haben Wiebke, Kirsten und Christine geschrieben

 

Der vorletzte Tag begann wie immer mit einem Lauf sowie einem Gymnastikprogramm durch den Wald. Weiter ging es mit einem vielfältigen Frühstück. Anschließend begannen wir mit dem Training. In diesem teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Gruppe 1 focht und Gruppe 2 trainierte fleißig Partnerübungen. Es war sehr anstrengend, hat aber auch viel Spaß gemacht.

Wir waren froh, dass wir danach Mittagessen durften und eine Stunde Freizeit hatten. In dieser Stunde durften die Jungs 6 km laufen, weil sie zu spät zum Frühsport kamen. Weiter ging es mit Krafttraining, es war sehr anspruchsvoll. Während Gruppe 2 in der Skihalle war, focht Gruppe 1 ein Turnier. Es war sehr spannend. Es bekamen 6 Kinder Lektion von Frau Hellbach und Alex. Wir bekamen ein leckeres Abendessen. Am Ende des Tages trafen wir uns alle oben in der Halle um über das Trainingslager zu sprechen. Danach mussten wir aufräumen. Wir hatten Schwierigkeiten beim Aufrollen der Bahnen. Somit ging ein anstrengender und lustiger Tag zu Ende.

Danke für diesen Beitrag, wie gestern gibt es auch noch ein paar Ergänzungen.

 

Nach dem Straflauf für unsere Langschläfer und einer kleinen Trainingseinheit in der Halle wurde das Hockeyturnier zu Ende gebracht, Siegerin wurde das Team von Clara und Alex.

Besichtigt wurde die Skihalle nicht, wie beschrieben, von Gruppe 2, sondern von 4 Einzelkämpfern, unterstützt von Steffi, die am Nachmittag zu uns gestoßen war. Der Rest der Gruppe verbrachte die Zeit mit Volleyball oder Mittagsschlaf. Der Ausflug an den See fiel leider ins Wasser, wobei bei der Regenmenge der Hockeyplatz beinah als Ersatz herhalten hätte können.

 

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass Alex, als kleine Überraschung zum Abschluss, der ganzen Bande Autogramme besorgte, man muss ja ausnutzen, wenn Olympiasieger mit im Hotel sind.

 

Abends wurden dann seitens der Betreuer die Getränkereserven aufgebraucht, um Platz für die Heimfahrt zu sparen, jeder gönnte sich ein Bier oder ein Glas Sekt.

 

Tag 5

 

Der Tag der Abreise begann mit dem obligatorischen Morgenlauf, diesmal verschlief keiner und alle gaben noch einmal ihr bestes. Während des folgenden Frühstücks wurden seitens einiger Sportler verschiedene Forderungen laut: „Nächstes Jahr länger“ – „Mehr Training“ (kein Scherz). Gemeinschaftlich wurde unser Trainingsraum leer geräumt und ein Großteil des Materials zwischengelagert, um später abgeholt zu werden. Den Rest verstaute Alex in bester Tetris-Tradition in seinem Auto.

Nachdem die Zimmer die Abschlussinspektion überraschend überstanden hatten, tauchten auch schon die ersten Eltern auf, Taschen wurden verladen, Verabschiedungen ausgetauscht und wieder gen Heimat gereist. Alle waren am Mittag zu hause. Alle? Nein. Renate bewachte das Material in Oberhof, während Christian 3 Sportler in Erfurt ablieferte und anschließend zurückkehrte, und wundersam das Auto mit Material füllte. Nachdem die hintere Stoßstange abmontiert war, schlug es auch keine Funken mehr. So waren die letzten beiden Betreuer gegen 14 Uhr daheim und das Trainingslager war offiziell beendet.

 

Wir sagen an dieser Stelle Tschüß und hoffen, dass wir auch in diesem Jahr ein paar Leser hatten.

 

Clara, Lea, Christine, Wiebke, Kirsten, Jasmin, Johanna, Charlotte, Lena, Sonja, Sophie, Moritz, Julius, Wulf, Tim, Paul, Jan, Renate, Katrin, Matthias, Alex und Christian